
Dr. Althusman, Foto: cdu in niedersachsen_flickr
Nach Ex-Verteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg (CSU) und den Europa-Abgeordneten Silvana Koch-Mehrin und Jorgo Chatzimarkakis (beide FDP), steht nun zwei weitere hochrangige Politiker der Union unter Verdacht in ihrer Doktorarbeit zumindest unsauber gearbeitet zu haben. Es handelt sich um den sächsischen Kultusminister Roland Wöller und den amtierenden Präsidenten der Kultusministerkonferenz und Kultusminister Niedersachsens Bernd Althusmann. Besonders im Falle Althusmanns ist die Angelegenheit aufgrund seiner exponierten Stellung brisant. Sein Rücktritt wurde bereits Anfang Juni gefordert, als die Universität Potsdam begann, seine Arbeit über die Organisation der öffentlichen Verwaltung, die er mit Hängen und Würgen bestand, mittlerweile teilte die Hochschule mit ein formelles Untersuchungsverfahren einzuleiten. Althusmann verwahrt sich gegen die Plagiatsvorwürfe und Rücktrittsforderungen, gibt aber „handwerkliche Fehler“ zu. In der Tat scheinen die gestohlenen Passagen nicht so umfangreich wie bei seinen prominenten Vorgängern Guttenberg und Koch-Mehrin zu sein. Die auf Aufdeckung von Plagiaten spezialisierten Internetplattformen VroniPlag und DePlagio können sich zu keiner klaren Stellungnahme durchringen. Es handele sich eher um „eine extrem fahrlässige Arbeitsweise“ als um schwerwiegende Täuschungen. Eine Grenze die viele Plagiatsexperten für Unsinn halten. „Es gibt kein ,Ein bisschen gemogelt’.”, so der Wirtschaftsprofessor Manuel René Theisen in der Zeitung „Die Welt“, „Er hat eine akademische Würde erworben, die zum Teil nicht auf seiner Arbeit fußt.“, und gehöre demnach nicht in den erlauchten Kreis promovierter Wissenschaftler, sondern sollte eher im Bereich vom Möbeltransport arbeiten, spotten manche.
Ähnliches gilt für den sächsischen Kultusminister Wöller. An der TU Dresden besteht ein Anfangsverdacht gegen ihn, aus der Magisterarbeit eines Studenten abgeschrieben zu haben.
Das Ergebnis des Ermittlungsverfahrens der Universität Potsdam zur Causa Althusmann ist weiter offen. Fragen nach einem möglichen Rücktritt bei einem Titelentzug verwies Deutschlands oberster Kulturbeauftragter ins Reich der Spekulation. Bei einer Überführung dürfte er jedoch in seiner Funktion nicht mehr tragbar sein.







