
Günter und Steffi, zwei Studenten, Foto von StampMedia/flickr.com
In Zeiten, wo durch Numerus Clausus, Schulabgänger-Auflauf und andere Voraussetzungen der geliebte Studienplatz in weite Ferne rückt, beschäftigt man sich dieser Tage mit der Frage, was denn mit den Älteren, den 60-80-jährigen sei, die schließlich auch noch nicht ausgelernt hätten und sich als Gasthörer in eine Uni eingeschrieben haben. Heutzutage ist es nicht mehr üblich, dass Studienplätze nur der jüngeren Generation vorbehalten sind – auch Studierende im Pensionsalter mischen sich vermehrt in die Seminarräume und Vorlesungen der Universitäten. Dabei kommt es unlängst zu Konflikten zwischen der jungen und eben der älteren Generationen. Die junge, die sich neben dem alljährlich wiederkommenden Klausurstress auch noch auf andere Sachen, wie Berufswahl oder Umzugsstress und Möbeltransport konzentrieren muss und die alte, die meist 40 Jahre gearbeitet hat und einen Krieg durchlebt hat, sitzen in einem Raum und sollen zusammen studieren. Funktioniert das? Oft bringt die ältere Generation autobiographische Gesichtspunkte in die fachliche Auseinandersetzung zu einem Thema, den jüngeren geht das zumeist gehörig auf die Nerven, weil so die Vorlesungen oft schleppend und langsam vorangeht und meist der Faden verloren geht. Vertreter von Seniorenverbänden fordern, dass man in den vordersten Reihen ein bestimmtes Kontingent an Sitzen den älteren Gasthörern zur Verfügung stellt, weil die sich schließlich auch mit 100 Euro Gasthörergebühr pro Semester beteiligen und deutlich mehr beitragen als ein „normaler“ Student. Altersgerechtes Studieren sozusagen, was Respekt und Toleranz gegenüber den alten Menschen fordert. Um die Konflikte zwischen ältern und jüngeren Studierenden zu vermeiden, gibt es neuerdings auch Projekte an denen die Gasthörerschaft vom normalen Studienbetrieb abgekoppelt ist und nur auf die Bedürfnisse für ältere Studenten zugeschnitten ist. Die steigende Anzahl von Einschreibungen bestätigt, dass dieses Modell gut ankommt. Dies kommt gerade jüngeren Studenten entgegen, weil diese im straffen Bachelor -und Masterstudiengang oft kaum hinterher kommen und ihre Zukunft aufbauen wollen, aber sich dann nicht noch mit älteren Menschen beschäftigen wollen, die eigentlich schon ihren Beruf gelernt und ausgeübt haben.







